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January 27 2013

scallo
12:46

Aaron Swartz about privilege, knowledge and copying

How did telling, sharing and teaching became pirating?

August 10 2012

scallo
08:37
Nach einigen langwierigen Diskussionen mit Stockfotograf_innen, Komponisten und Romanautoren kann ich nur sagen:
Ein Großteil der Probleme hängt damit zusammen, dass die Urheber_innen nur wenig abstraktes Wissen vom „geistigen Eigentum“ und seinen Mechanismen haben.
Dafür aber jede Menge implizites Wissen. Für sie zählt die Logik der Praxis und die funktioniert anders und stark vereinfacht. 
Obwohl ich eigentlich genug zu tun habe, bin ich versucht einen Aufsatz oder einen Vortrag über die Rolle der Logik der Praxis im Urheberrecht zu basteln. Oder gleich eine ganze ethnologische Feldforschung.

July 24 2012

scallo
17:17

Kleiner Rant gegen identitäre Warenkunde

Vorab: Das ist ein Rant. Gut und tief analysiert ist er nicht :)
Eigentlich ist natürlich alles ganz anders verursacht.

In letzter Zeit fällt mir immer häufiger auf, wie oft Menschen das identitäre Element eines Produktes als dessen Hauptfunktion begreifen und die technische nicht mehr von der identitären Funktion trennen. Und das stört mich massiv!

Herr Urbach beschwert sich, irgendwelche Thinkpadjünger_innen führen ihn wegen seiner Apple-Hardware an. Ich kann ihn gut verstehen. Obwohl ich das hier auf einem Thinkpad schreibe. Und auch wieder eines kaufen würde (hach, ein X220 mit IPS wäre toll).
Chandro meinte im persönlichen Gespräch auf die Frage nach technisch ordentlichen Fremdherstellerakkus für Apple Notebooks und Lenovo Thinkpads, dass es ökonomischer Unsinn wäre, in ein 2500 € Geräte einen 30 € Akku zu stecken, um etwas Geld zu sparen.
Qoodoo verweigerte mir vor Monaten, die Spezialschrauben eines iPhone 4 auszutauschen. Und zwar, weil ich danach kein Original-Ersatzteil einbauen würde. Wohlgemerkt selber einbauen würde. Als gelte es die Reinheit des Produktes gegen meinen eigenen Willen zu bewahren. Nicht, dass ich es von Qoodoo mit meinem Ersatzteil machen lassen wollen würde. Das könnte ich auch nachvollziehen, für ein schlechtes Ersatzteil würde ich auch nur ungern haften wollen.

Nein, da erzählt mir der Mensch hinter der Theke davon, dass ich ja in einen Mercedes auch keine chinesische Wasserpumpe einbauen würde. Auf meine Erwiderung, dass die typischen Fremdherstellerautoteile aus Deutschland und der Türkei kämen und dass es sicherlich tausende Mercedes-Autos mit Fremdherstellerwasserpumpen in Berlin gäbe und es ja eigentlich auch völlig irrelevant wäre, wer die Pumpe hergestellt hat, solange sie sich nur montieren ließe und ordentlich pumpen würde.

Nein, es interessiert mich nicht, wer die Wasserpumpe meines Autos herstellt. Es interessiert mich auch nicht, ob meine Fahrradschläuche von Schwalbe sind. Mich interessiert, ob meine Ersatzteile funktionieren, wie lange sie durchhalten und wieviel sie kosten. Deshalb habe ich dann auch Schläuche im T€DI für 1,99€ gekauft.

Üblicherweise kommt dann das Sicherheitsargument. Doch dafür gibt es ja den TÜV und furchtbar viele Zulassunghürden (dazu gab es auf der SIGINT 12 einen guten Vortrag von Tim und Matthias Krauß). Und die meisten Teile, die man braucht sind ja auch keine Raketenwissenschaft mehr. Mag sein, dass einfache Fahrradschläuche 1950 ein kompliziertes Produkt waren, heute sind sie es nicht mehr. Und falls sie es doch sind, kann es eigentlich nur an irgendwelchen Kopierschutztechniken (in Akkus, Druckertinte, Rasierklingen) liegen, die die Gesellschaft durch geistiges Eigentum auch noch schützt. Wozu frage ich mich?

Warum sollte die Gesellschaft irgendwem ein Sondermonopol einräumen? Glaubt denn irgendwer, es würden keine Macbooks mehr gebaut werden, wenn es eine gute Konkurrenz bei Ersatzakkus gäbe? Warum sind denn alle bereit, diese unverschämten Preisaufschläge zu bezahlen?

Ich verstehe, dass für viele Menschen – da möchte ich mich auch gar nicht ausnehmen – die identitäre Funktion eines Produktes wichtig ist. Aber ist denn die andere Funktion nicht mehr wichtig? Bin ich der_die letzte arme Irre, der_die Dinge kauft, weil ich ihre ursprüngliche Kernfunktion verwenden möchte?

Kann ich bitte einfach eine einfache funktionale Variante haben? Und erweiterte Variante für Leute, die Geltungskonsum betreiben möchten? Danke, wäre nett.

Etwas ältere Literatur dazu gibt es von:

July 05 2012

scallo
12:12

Left It All Behind: Das Märchen vom Wort und den Jüngern des Marktes

Eine wunderbar verständliche und schöne Übersicht und Erklärung zum geistigen Eigentum an kulturellen Produkten.

June 19 2012

scallo
21:30

June 18 2012

scallo
23:38

Spitzfindigkeiten des Deutschen Urheberrechtsgesetzes (§15 (3) UrhG)

Im Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (zu dem ich ein Seminar an der HU Berlin besuche) habe ich eine interessante Passage gefunden.
Und zwar heißt es in §15 (3) UrhG zur öffentlichen Wiedergabe:
Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist.
Verstehe ich das richtig, dass also bloß alle in einer persönlichen Beziehung verbunden sein müssen, um ohne Erlaubnis des_der Rechteinhaber_in sein_ihr Werk anderen zeigen zu dürfen?
Wäre dann nicht jedes Darknet/Friend-to-Friend-Netzwerk eine legale Möglichkeit des Filesharings, solange sich die soziale Beziehung nachweisen ließe?
Und ließe sich dieser Nachweis nicht automatisiert, beispielsweise durch Rückgriff auf Facebookdaten, erbringen? Mir erscheint das etwas zu einfach, um wahr zu sein. Deshalb: Wer etwas näheres weiß, kläre mich bitte auf!
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